Stürzen und Unfällen vorbeugen

Wie Sie Verletzungen im Haushalt verhindern können

Rebecca Goldbach | 1. September 2014

Die Sturzgefahr nimmt im Alter aus verschiedenen Gründen rapide zu. Um zu verhindern, dass Sie sich in Ihrer Wohnung verletzen, sollten alle Risikofaktoren minimiert werden. Worauf Sie genau achten sollten, erfahren Sie hier.
Stürzen und Unfällen vorbeugen

Stürze und Unfälle in der Wohnung sind häufig Gründe für Verletzungen bei Pflegebedürftigen. Daher ist es wichtig, das Wohnumfeld sicher zu gestalten. | Foto: © Barabas Attila – Fotolia.com

Das Bundesministerium für Gesundheit warnt davor, dass die Sturzgefahr bei Menschen ab 70 zunimmt, da sich der Gang etwa ab diesem Alter verändert. Zunehmende Bewegungsschwierigkeiten und ein nachlassender Gleichgewichtssinn sorgen dafür, dass selbst kleinste Hindernisse zur Gefahr werden können.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Um Stürze und andere Unfälle in der eigenen Wohnung zu vermeiden, sollte Sie dort möglichst alle Risikofaktoren beseitigen. Dazu gehören:

  • rutschende Teppiche oder hochstehende Teppichkanten,
  • auf dem Boden liegende Kabel oder Telefonschnüre,
  • wackelige oder scharfkantige Möbel,
  • zu großes oder ungeeignetes Schuhwerk wie Pantoffeln,
  • zu große oder unpassende Kleidung,
  • Gehhilfen, deren Gebrauch Sie nicht beherrschen,
  • nicht ausreichende oder zu grelle Beleuchtung,
  • Feuchtigkeit, Abfälle oder Gegenstände auf dem Boden,
  • nicht mehr ausreichende Hörgeräte oder Sehhilfen.

Neben Stolperfallen in den eigenen vier Wänden können auch gesundheitliche Probleme Stürze hervorrufen. Wenn Sie an Erkrankungen mit Schwindel oder Ohnmachtsanfällen, Bewegungseinschränkungen (z.B. durch Muskelschwächen oder Verkrampfungen) oder Bewusstseinsveränderungen (z.B. Depression oder Demenz) leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eventuelle Vorsichtsmaßnahmen reden. Selbes gilt, wenn Sie Probleme mit unkontrollierten oder plötzlichen Ausscheidungen haben, da bei der Eile, die Toilette noch zu erreichen, ebenfalls Sturzgefahr besteht. Generell sollte auch jede Art der Medikamenteneinnahme und der Genuss von Alkohol mit dem Arzt abgesprochen werden, da beides die Wahrnehmung und die körperliche Verfassung verändern kann.

Ein weiterer, oft unbeachteter Risikofaktor ist die Angst vor einem Sturz. Besonders wer schon einmal gestürzt ist, läuft Gefahr, sich von der Angst vor einem erneuten Unfall lähmen zu lassen und dadurch im Grunde das Risiko zu erhöhen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind nötig?

Es gibt verschiedene Vorkehrungen, die Sie treffen können, um die Unfallgefahr in Ihrer Wohnung zu minimieren. Nicht immer müssen dies gleich umfangreiche Baumaßnahmen sein, auch kleine Veränderungen können Ihnen laut der AOK schon den Alltag erleichtern.

  • Bewegen Sie sich ruhig und bedacht durch Ihre Umgebung, so können Sie eventuelle Stolperfallen schon im Voraus erkennen.
  • Halten Sie Ordnung und achten Sie darauf, dass alle Wege frei zugänglich sind.
    Sichern Sie alle Kabel, Verlängerungs- und Telefonschnüre.
  • Achten Sie darauf, die Böden in Ihrer Wohnung freizuhalten, heben Sie Abfälle oder heruntergefallene Gegenstände sofort auf und beseitigen Sie jede Art von Flüssigkeit (z.B: verschütteten Kaffee) direkt.
  • Tragen Sie ausschließlich festes, gut passendes Schuhwerk, keine Pantoffeln oder Absatzschuhe. Auch Klettverschlüsse bieten sich an, da so keine losen Schuhbänder herunterhängen können. Zur Nacht bieten sich Socken mit Antirutsch-Sohle an, um vor einem Toilettengang nicht extra Schuhe anziehen zu müssen.
  • Achten Sie bei Ihrer Kleidung darauf, dass Sie nicht rutscht oder große Schlaufen o.ä. besitzt, an denen Sie hängenbleiben könnten.
  • Ernähren Sie sich gesund und eiweißreich. Versuchen Sie, Vitamin D – Mangel vorzubeugen, um die Gefahr von Osteoporose und anderen Knochenkrankheiten zu verringern.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und machen Sie Übungen zur Muskelstärkung, um Ihre Kraft und Ihr Gleichgewicht möglichst lange aufrecht zu erhalten.
  • Lassen Sie regelmäßig Ihr Hörvermögen und Ihre Sehstärke überprüfen.
  • Nehmen Sie Schlaftabletten und ähnliche Medikamente nie ohne Absprache mit dem Arzt ein. Selbiges gilt für den Genuss von Alkohol.
  • Lassen Sie einige Verbesserungen in Ihrer Wohnung vornehmen. Dazu gehören z.B. die Einrichtung eines Hausnotrufsystems, die altersgerechte Erhöhung der Sitzflächen, das Anbringen von Haltegriffen und Handläufen (vor allem im Bad und an den Treppen), dem Einbau eines Badewannensitzes und dem Einlegen von rutschsicheren Matten in der Wanne/Dusche und an anderen glatten Stellen.
  • Sorgen Sie dafür, dass sich alle Gegenstände in der Küche in Oberkörperhöhe befinden, denken Sie eventuell über die Anschaffung eines Küchenwagens nach.
  • Überprüfen Sie, ob das Licht in Ihrer Wohnung geeignet ist. Die Glühbirnen sollten weder so hell sein, dass Sie geblendet werden, noch so dunkel, dass Ihre Wahrnehmung der Umrisse gestört wird. Achten Sie auf eine vom Bett aus leicht erreichbare Nachttischlampe.

 

Quellen

  1. BMG: Pflegen zu Hause. Ratgeber für die häusliche Pflege, Berlin, 2012, S. 59f.
  2. AOK: Sicher zu Hause bewegen. Sturzgefahren erkennen und vorbeugen, Bad Homburg, 2013, S. 20.
  3. ASB: Standhaft bleiben – Stürzen im Alter vorbeugen, Köln, 2011.
  4. Conradt, Max: 10 Tipps gegen das Hinfallen, unter: http://www.aponet.de/service/nai/2012/12b/10-tipps-gegen-das-hinfallen.html (abgerufen am: 26.03.2014)