Gefahrenquellen ausmachen

Stürze und Unfälle in der Wohnung verhindern

Rebecca Goldbach | 8. Oktober 2014

Wenn Ihr Angehöriger trotz Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, sollten Sie die Wohnräume auf mögliche Stolperfallen und Gefahrenquellen untersuchen. Meist kann mit einigen Vorsichtsmaßnahmen eine sichere Umgebung geschaffen werden.
Gefahrenquellen ausmachen

Um sich in der eigenen Wohnung unfallfrei bewegen zu können, ist es wichtig, mögliche Gefahrenquellen ausmachen zu können.| Foto: © ACP prod – Fotolia.com

Damit Ihr Angehöriger sich trotz gesundheitsbedingter Einschränkungen sicher in der Wohnung bewegen kann, sollten Sie vorher einmal alle Räume auf mögliche Gefahrenquellen untersuchen.

Häufigste Gefahrenquelle: Verstellte Wege

Am wichtigsten für die Sicherheit Ihres Angehörigen ist es, alle Wege in der Wohnung freizuhalten, um Stürzen vorzubeugen. Herumliegende Gegenstände, wackelige Möbelstücke, lose Kabel, Abfall, Schmutz oder verschüttete Flüssigkeiten sollten sofort weggeräumt werden. Scharfe Kanten oder Ecken von Möbeln sollten mit einem Schutz versehen werden. Zusätzliche Vorsicht ist bei freilaufenden Haustieren geboten. Der Bodenbelag sollte rutschfest sein, Teppiche benötigen mitunter eine Unterlage, Läufer sollten im Zweifel entfernt werden. Wenn möglich, sollten die Türschwellen entfernt, und Handläufe an den Wänden angebracht werden. Wenn Ihr Angehöriger auf Gehhilfen angewiesen ist, sollten die Türen gegebenenfalls rollstuhlgerecht verbreitert werden.

Welche weiteren Gefahrenquellen gibt es?

  • Treppen: Zu kurze oder fehlende Geländer, abgeschrägte oder rutschige Stufen und Wendeltreppen gehören zu den größten Gefahrenquellen. Achten Sie daher darauf, dass an jeder Treppe beidseitig Geländer und Handläufe angebracht sind, die sowohl am Anfang als auch am Ende ein wenig länger sind, als die Treppe selbst. Lassen Sie die Treppenstufen außerdem vollständig mit Teppich oder einem anderen rutschfesten Bodenbelag überziehen.
  • Technik: Die Schalter von elektrischen Türöffnern, dem Hausnotruf oder der Zimmerbeleuchtung müssen mitunter schnell erreicht werden, daher sollten sich diese nicht an schwer erreichbaren Stellen befinden. Auch das Telefon sollte schnell greifbar und bestenfalls schnurlos sein, Telefonkabel können sonst zur Stolperfalle werden. Zu grelle oder zu schwache Beleuchtung kann ebenfalls eine Gefahrenquelle sein, da sie entweder blenden oder die Sicht trüben kann. Denken Sie über einen Dimmer nach, mit diesem kann Ihr Angehöriger die Helligkeit selbst bestimmen. Für manche Bereiche eignet sich zudem ein Bewegungsmelder.
  • Küche: Um zu verhindern, dass ihr Angehöriger sich verletzt, wenn er an schwer erreichbare Arbeitsgeräte gelangen möchte, sorgen Sie dafür, dass alle benötigten Gegenstände in Körperhöhe stehen. Auch Arbeitsflächen und Sitzgelegenheiten im Küchenbereich sollten leicht erreichbar sein. Die Barmer GEK empfiehlt außerdem die Anschaffung selbst abschaltender Küchengeräte, um überstürzte Bewegungen zum Beispiel zu einem nicht abgeschalteten Herd zu vermeiden.
  • Bad: Eine der häufigsten Verletzungsursachen im Alter ist das Stürzen im Bad. Beugen Sie dem mit einer schwellenlosen Dusche, Haltegriffen, einem Duschhocker, rutschfesten Unterlagen in der Badewanne, der Dusche und dem Bad, sowie einer angepassten Toilettensitzhöhe vor.
  • Schlafzimmer: Auch im Schlafzimmer können falsche Betthöhen, nicht gesicherte Läufer oder Teppichkanten gefährlich werden. Um Stürze zu verhindern, sollten Sie darauf achten, dass die Betthöhe angepasst ist, das Bett gegebenenfalls auch mit Hilfsmitteln wie einem Rollator erreicht werden kann, und es ein Nachtlicht, sowie Ablagemöglichkeiten neben dem Bett gibt.

Besprechen Sie alle Änderungen mit Ihrem Angehörigen, schließlich muss er oder sie sich wohlfühlen. Dabei müssen sicherlich auch Kompromisse gemacht werden. Die AOK rät, praktische Änderungen mit gemütlichen auszugleichen, also die Abschaffung liebgewonnener Läufer durch neue Gardinen und einen freundlichen Wandanstrich wettzumachen. So herrscht weiterhin eine heimelige Atmosphäre, in der sich Ihr Angehöriger wohlfühlen kann.

Quellen

  1. BMG: Pflegen zu Hause. Ratgeber für die häusliche Pflege, Berlin, 2012, S. 59f.
  2. AOK: Das Zuhause unter der Lupe, unter: http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/wohnen-stolperfallen-185522.php (abgerufen am 26.08.2014)
  3. BARMER GEK: Wie vermeide ich Stürze, Berlin, 2012.