Weitere Gehhilfen

Welche anderen Gehhilfen gibt es?

Rebecca Goldbach | 3. Dezember 2014

Nicht immer ist die Gangunsicherheit bei Pflegebedürftigen so ausgeprägt, dass die Verwendung eines Rollstuhls notwendig ist. Weitere Gehhilfen, die sich vor allem für Menschen mit ausreichend Kraft zum Aufstützen eignen, sind beispielsweise Unterarmstützen oder Vierfußgehhilfen.
Weitere Gehhilfen

Bei leichten Gangunsicherheiten können Hilfsmittel wie Unterarmgehstützen oder ein Gehwagen Abhilfe schaffen. |© Robert Kneschke – Fotolia.com

Zu den Gehhilfen zählen alle Hilfsmittel, die der Entlastung von Gelenken und der Steigerung der Mobilität dienen. Je nach Art und Grad der Beeinträchtigung des Gangs sowie nach Einsatzort kommen verschiedene Gehhilfen in Frage.

Welche Gehhilfen gibt es?

Neben Rollstuhl und Rollator zählen zum Beispiel auch ein Gehstock, Unterarmstützen oder Vierfußstützen als Gehhilfen. Folgende Gehhilfen sind für den Innenbereich üblich:

  • Gehwagen: Voraussetzung zur Benutzung ist genug Kraft um sich darin zu halten; je nach Modell ist Totalentlastung, Teil- oder auch Vollbelastung möglich; ein Rollator ist auch eine Form des Gehwagens
  • Gehgestelle: Voraussetzung: Kraft zum Stützen, Stehen und Gehen; gibt es in starr oder beweglich; bei letzterem wird je eine Seite nach vorn geschoben und ermöglicht einen wechselseitigen Gang

Für die Nutzung im Innen- und Außenbereich eignen sich folgende Gehhilfen:

  • Gehstöcke: auch Hand- oder Fritzstock genannt; wird oft nur bei arthritischen Beschwerden in den Beinen verwendet, denn er erfordert volle Koordination, guten Gleichgewichtssinn und genug Kraft zum Stehen und Gehen; wird einzeln oder in doppelter Ausführung benutzt
    Vierfußgehstütze: ähnlich wie Gehstock, allerdings höhere Stabilität durch vier Füße; dadurch aber auch höheres Gewicht
  • Unterarmgehstützen: kann variabel für alle Be- und Entlastungsarten genutzt werden, mitunter auch mit nur einer Stütze; Voraussetzung: Kraft zu Gang und Stand, sowie Rumpfausrichtung und Armstütz
  • Achselstütze: als Ersatz für die Unterarmstütze verwendet, wenn die Stützkraft nicht reicht
  • Fahrbare Gehhilfen: darunter fallen der vierrädrige Rollator und das dreirädrige Deltarad; beide erfordern Kraft zum Stützen, Stehen und Gehen.
    Achtung: Deltarad sollte nur bei Patienten eingesetzt werden, deren Reaktionszeit schnell genug zum rechtzeitigen Betätigen der Bremse ist und die noch einen guten Gleichgewichtssinn haben.

Woher bekomme ich diese Gehhilfen?

Diese Gehhilfen gelten als Hilfsmittel und werden daher von der Krankenkasse (nicht der Pflegekasse!) entweder komplett übernommen oder leihweise zur Verfügung gestellt. Die meisten Gehhilfen bekommen Sie im Sanitätshaus, fragen Sie jedoch vorher nach, ob dieses ein Vertragspartner Ihrer Krankenkasse ist, da Sie sonst eventuelle Mehrkosten selbst zahlen müssen.

Wichtig für die Genehmigung der jeweiligen Gehhilfe ist deren Erforderlichkeit und Eignung für den angestrebten Zweck. Dieser Zweck kann entweder die Vermeidung einer Behinderung, deren Ausgleich oder die Unterstützung einer Krankenbehandlung sein. Verordnet ein Arzt die jeweilige Gehhilfe, so liegt damit die Feststellung der Eignung und Erfordernis vor. Sollten Sie jedoch ein besseres Modell oder eine nicht verordnete Gehhilfe wünschen, müssen Sie die Kosten dafür selbst tragen.