Vollstationäre Pflege

Was ist bei der Pflege im Heim zu beachten?

Rebecca Goldbach | 15. April 2015

Wenn eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht mehr möglich ist, muss für eine vollstationäre Pflege gesorgt werden. Die Pflegekassen übernehmen bis zu 75% des Heimentgelds und können auch bei der Auswahl der Einrichtung helfen.
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Je höher die Pflegebedürftigkeit eines Menschen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nur in einem Pflegeheim die Pflege erhält, die er benötigt. | Foto: © Kzenon – Fotolia.com

Die vollstationäre Pflege ist dann nötig, wenn weder die häusliche noch die teilstationäre Pflege möglich sind, weil der Gesundheitszustand oder die individuelle Pflegesituation dies nicht mehr zulassen. Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit der vollstationären Pflege durch den MDK prüfen lassen, nur bei der Pflegestufe III wird die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege vorausgesetzt.

Leistungen der vollstationären Pflege

In der vollstationären Pflege sind examinierte Pflegekräfte für die Versorgung der Pflegebedürftigen in der Einrichtung verantwortlich. Dazu gehören die Körperpflege, die Mobilisierung, die Ernährung und die medizinische Behandlung. Zudem erfolgt in einer vollstationären Einrichtung auch soziale Betreuung – die Bewohner/innen werden beispielsweise bei Behördengängen unterstützt, auf Spaziergängen begleitet und es wird ihnen die Teilnahme an Haus- und Familienfeiern ermöglicht.

Auswahl der Einrichtung

Lassen Sie sich bei der Auswahl einer stationären Einrichtung ausführlich von Ihrer Pflegekasse beraten – nicht alle Einrichtungen haben einen Vertrag mit den Kassen und auch die Qualitätsstandards können stark variieren. Die Noten, die der MDK regelmäßig in seinen Qualitätsprüfungen vergibt, können ebenfalls eine Hilfe bei der Entscheidung sein. Achten Sie aber nicht nur auf Kosten und Angebote, sondern auch darauf, ob sie sich in der Einrichtung wohlfühlen. Viele Einrichtungen bieten zu diesem Zweck die Möglichkeit des Probewohnens. Unterhalten Sie sich auch mit den anderen Heimbewohnern und achten Sie während Ihres Besuchs auf den Umgang des Pflegepersonals mit den Pflegebedürftigen.

Kosten für vollstationäre Pflege

Die Heimkosten setzen sich aus dem Heimentgeld, Unterkunft und Verpflegung, den Investitionskosten, sowie eventuell gewünschten Zusatzleistungen zusammen. Das Heimentgeld, das pflegerische Leistungen, medizinische Behandlung und soziale Betreuung abdeckt, wird bis zu einem Anteil von 75% von der Pflegekasse übernommen. Der restliche Betrag wird der Bewohnerin oder dem Bewohner in Rechnung gestellt, kann aber auf Antrag auch von der Sozialhilfe abgedeckt werden.

Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen

Vollstationäre Pflege kann von der Kasse auch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung finanziert werden, in der deren Erziehung, schulische Ausbildung oder Teilhabe am Arbeits- und Gemeinschaftsleben gefördert wird. Dabei werden bis zu zehn Prozent des Heimentgeltes übernommen, maximal jedoch 266 Euro pro Monat (gilt ab dem 1. Januar 2015). Zudem kann unter bestimmen Bedingungen an Wochenenden, während der Ferien oder bei Aufenthalten zu Hause anteiliges Pflegegeld gezahlt werden.