Was tun bei Qualitätsmängeln in Pflegeheimen?

Maßnahmen gegen mangelhafte Pflege

Rebecca Goldbach | 15. April 2015

Wenn Sie Mängel bei der vollstationären Pflege Ihrer Angehörigen feststellen, sollten Sie sich zunächst an das Personal oder die Heimleitung wenden. Wenn dies nichts nutzt, können Sie zudem ihre Pflegekasse oder den MDK in Kenntnis setzen, die gegebenenfalls Sanktionen gegen das Pflegeheim verhängen.
Was tun bei Qualitätsmängeln in Pflegeheimen?

Bei aller Sorgfalt, die Sie bei der Wahl eines Pflegeheims walten lassen, nicht immer können Sie sicher sein, dass das gewählte Pflegeheim alle Qualitätsstandards erfüllt. | Foto: © JAY – Fotolia.com

Auch in geprüften Pflegeheimen kann es aus verschiedenen Gründen zu Qualitätsmängeln bei der Pflege kommen. Solche Gründen sind meist Geldknappheit und Personalmangel, mitunter kann aber auch Profitgier ein Hintergrund für drastische Verminderung der Pflegequalität sein. Nimmt die Heimleitung beispielsweise mehr Bewohner auf als das Personal versorgen kann, kommt es oft zu für das Personal nicht vermeidbaren Engpässen der Versorgung.

Woran erkenne ich Qualitätsmängel im Heim?

Achten Sie schon bei der Auswahl des Heims darauf, ob das Personal an der Biografie des neuen Bewohners interessiert ist. Stellen Heimleitung und Pfleger Fragen zur Vergangenheit? Dies ist besonders bei dementen Patienten wichtig. Aber auch bei späteren Besuchen sollten die Mitarbeiter des Heims noch an dem Patienten interessiert sein, mangelnde Nachfragen sind dementsprechend ein schlechtes Zeichen. Die Bewohner selbst können oder wollen oft nicht berichten, wenn die Pflege Mängel aufweist. Sollte Ihnen bei Ihrem Angehörigen jedoch ungewöhnlicher, nicht auf gesundheitliche Ursachen zurückzuführender Gewichtsverlust oder starke Müdigkeit auffallen, könnte dies bereits auf mangelnde Ernährung oder mangelhafte Flüssigkeitszufuhr hindeuten.

Was tun bei Qualitätsmängeln im Heim?

Wenn Ihnen dauerhafte Mängel bei der Pflege Ihres Angehörigen auffallen, wenden Sie sich zunächst an das Pflegepersonal. Können Ihnen die Pflegekräfte nicht weiterhelfen, sollten Sie mit der Heimleitung sprechen und gegebenenfalls Beschwerde einreichen. Sollten auch diese Bemühungen nicht fruchten, können Sie sich an den Heimträger und vor allem an die Pflegekasse Ihres Angehörigen wenden. Eine zusätzliche Möglichkeit ist die Kontaktierung des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), der bei hinreichendem Verdacht auf Pflegemängel eine unangekündigte Kontrolle durchführt und bei Verstößen entsprechende Sanktionen verhängt.

In sehr schwerwiegenden Fällen, etwa wenn bei Ihrem Angehörigen durch Qualitätsmängel im Heim gesundheitliche Schäden wie Wundliegen oder Folgeerkrankugen durch mangelnde medizinische Versorgung entstanden sind, oder dessen persönliche Würde z.B. durch das Liegen in seinen eigenen Exkrementen verletzt wurde, können Sie auch über eine Anzeige nachdenken. Ein Schritt wie dieser sollte jedoch nur bei hinreichender Beweislage durchgeführt werden.

Quellen:

  1. Mängel im Pflegeheim: So stellt man sie fest, unter: http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/ratgeber/familie/Tipps-fuer-Angehoerige-Maengel-im-Pflegeheim-So-stellt-man-sie-fest;art362,1625920 (abgerufen am 18.03.2015)
  2. AOK: Pflege im Heim. Bad Homburg: 2013.
  3. BMG: Ratgeber zur Pflege. Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen, Berlin, 2013, S. 90.