Die gesetzliche Pflegeversicherung

Die fünfte Säule der deutschen Sozialversicherung

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Die gesetzliche Pflegeversicherung bildet die letzte Ergänzung zur deutschen Sozialversicherung. Sie ist die Antwort auf eine immer schneller alternde Bevölkerung, die irgendwann auf pflegerische Hilfe angewiesen ist.
Die gesetzliche Pflegeversicherung

In der gesetzlichen Pflegeversicherung ist jeder versichert, der einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht. | Foto: © Ocskay Bence – Fotolia.com

Mit dem Inkrafttreten der gesetzlichen Pflegeversicherung am 01. Januar 1995 wurde die letzte der fünf Säulen der Sozialversicherung errichtet. Die Pflegeversicherung ergänzte damit die bereits bestehende Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Damit wurde auf verschiedene demografische Entwicklungen reagiert: Dass die Gesellschaft immer schneller altert und dass sie immer älter wird. Das Risiko, auf Hilfe angewiesen zu sein, steigt ab dem 80. Lebensjahr stark an.

Ziel der Pflegeversicherung ist es, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen zeitlich und finanziell zu entlasten. Wer versichert ist, welche Leistungen beansprucht werden können und welche Grenzen es gibt, wurde gesetzlich festgeschrieben.

Das Pflegeversicherungsgesetz in aller Kürze:

  • Träger der Pflegeversicherungen sind die Pflegekassen, die unter Schirmherrschaft der jeweiligen Krankenkasse stehen.
  • Jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist automatisch auch Mitglied der Pflegeversicherung.
  • Wer privat krankenversichert ist, muss sich zusätzlich um eine private Pflegeversicherung kümmern.
  • Leistungsberechtigt sind diejenigen Personen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung darauf in erheblichem Maße in ihrem Alltag der Hilfe bedürfen.
  • Es kann nur derjenige Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, der, gemessen am Zeitpunkt der Antragstellung, innerhalb des letzten Jahrzehnt Mitglied der Pflegeversicherung bzw. familienversichert war.
  • Vorrang vor Leistungen der Pflegeversicherung haben die Leistungen der Bereiche Prävention und Rehabilitation.
  • Leistungen für häusliche bzw. teilstationäre Pflege haben außerdem Vorrang vor Leistungen der vollstationären Pflege.
  • Die pflegebedürftige Person hat die freie Wahl, ob sie Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder Kombinationsleistungen in Anspruch nehmen möchte.
  • Pflegebedürftige können außerdem selbst entscheiden, in welcher zugelassenen Pflegeeinrichtung sie untergebracht werden möchten.
  • Bei stationärer Pflege werden nur die Kosten für die pflegerischen Leistungen übernommen, die so genannten „Hotelkosten“ für Unterbringung und Verpflegung müssen vom Versicherten selbst getragen werden.
  • Die pflegerische Versorgung ist Aufgabe der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen ist allerdings begrenzt. Alles was darüber hinausgeht, muss vom Versicherten privat finanziert werden.
  • Menschen, die die Anforderungen für Pflegeleistungen nicht erfüllen, müssen auf die Leistungen der Sozialhilfe zurückgreifen.

Die Leistungen der Pflegeversicherung

Die gesetzliche und auch private Pflegeversicherung übernimmt Kosten für verschiedene Leistungen. Diese lassen sich grundsätzlich in drei Bereiche einteilen.

  1. Häusliche/Ambulante Pflege
  2. Teilstationäre Pflege
  3. Vollstationäre Pflege

 

Quellen

  1. BARMER GEK Pflegekasse: Sicherheit im Pflegefall, Berlin, 2013, S. 6.
  2. Pflegeversicherungsgesetz unter: http://www.pflegewiki.de/wiki/Pflegeversicherung (abgerufen am 13.02.2014)
  3. Pflege-ABC – Pflege Pflegeversicherung unter: http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/artikel/pflege_pflegeversicherung.html (abgerufen am 13.02.2014)