Welche Unterstützung gibt es für neue Wohnformen?

Unbürokratischere Finanzierungsoptionen für Pflege-WGs

Silvana Arndt | 30. Oktober 2014

Für eine optimale Ausnutzung der Pflegeleistungen sowie auch der bestmöglichen Bewahrung der Eigenständigkeit werden seit einigen Jahren schon Pflege-Wohngruppen gegründet. Diese neuen Wohnformen erfahren nun durch das Pflegestärkungsgesetz I eine Aufwertung.
Neue Wohnformen

Pflege-Wohngemeinschaften können zukünftig auf umfangreichere finanzielle Mittel zurückgreifen. | Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Um so lange wie möglich die wohnliche Selbstständigkeit gewährleistet zu wissen, entscheiden sich heutzutage viele Senioren bzw. Pflegebedürftige dafür, gemeinsam in einer Wohnung, einer sogenannten Pflege-Wohngemeinschaft, zu leben. Außerdem können durch diese neuen Wohnformen so die zur Verfügung stehenden Leistungen besser genutzt werden, wenn beispielsweise die ambulante Pflegekraft sich je nach Kapazitäten um alle Bewohner (mind. drei) kümmert. Das dadurch eingesparte Geld kann wieder an anderer Stelle genutzt werden.

Zusätzliche Leistungen für ambulant betreute WGs

Während Menschen mit der sogenannten „Pflegestufe 0“ bisher noch keinen Wohngruppenzuschlag erhielten, so ist dieser nun wesentlich unbürokratischer und einfacher zu erhalten. Der monatliche Betrag von 205€ wird den Pflegebedürftigen in jedem Fall zugestanden, wenn sie eine Wohngruppe aus mindestens drei zu Pflegenden bilden und eine entsprechende ambulante Pflegekraft einstellen wollen.

Gründet sich eine Wohngemeinschaft neu, so gesteht die Pflegeversicherung den Pflegebedürftigen eine Anschubfinanzierung zu. Diese beläuft sich auf 2.500€ je Pflegeperson, kann aber insgesamt maximal auf 10.000€ pro Wohngruppe summiert werden. Diese Leistungen stehen ab 2015 ebenfalls auch schon Personen mit der Pflegestufe 0 zu.

Zuschüsse für Umbaumaßnahmen

Ob nun für eine einzelne Pflegeperson oder bei Gründung einer Pflege-Wohngemeinschaft – das Wohnumfeld muss höchstwahrscheinlich den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Dies kann sich auf technische Einbauten wie beispielsweise einen Treppenlift oder aber auch auf bauliche Eingriffe wie die Verbreiterung von Türen, um mit dem Rollstuhl hindurchfahren zu können, beziehen.

Für all diese Fälle unterstützt die Pflegeversicherung ihre Patienten mit entsprechenden Leistungen zur Wohnraumanpassung. Bisher beliefen diese sich auf 2.557€ pro Person. Sie konnten gebündelt werden (Poolen von Leistungen), jedoch bis maximal 10.228€. Ab dem 01.01.2015 wird dieser Betrag nun auf 4.000€ pro Person aufgestockt und kann bis zu einer Summe von 16.000€ zusammengelegt werden, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen.

 

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zum Pflegestärkungsgesetz http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegestaerkungsgesetz-i.html (abgefragt am 21.10.2014)
  2. BMG über neue Pflegeleistungen http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/P/Pflegestaerkungsgesetze/Tabellen_Pfegeleistungen_Stand_2_3_Lesung_BT_17102014_.pdf (abgefragt am 21.10.2014)