Verbesserungen in der Häuslichen Pflege

Mehr Leistungen und Flexibilität

Jennifer Albrecht | 31. Oktober 2014

Über zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden Zuhause von Angehörigen gepflegt, entsprechend liegt der Fokus des Pflegestärkungsgesetzes I genau in diesem Bereich. Die Leistungen für die häusliche Pflege werden 2015 um 1,4 Milliarden Euro erhöht.
Verbesserungen in der häuslichen Pflege

Wer Zuhause gepflegt wird, profitiert ab dem 01. Januar 2015 von zahlreichen Leistungserhöhungen.  | Foto: © Peter Maszlen – Fotolia.com

Pflegebedürftige legen Wert darauf, möglichst selbstständig in einer vertrauten Umgebung verbleiben zu dürfen. Es überrascht daher kaum, dass etwa zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen oder ehrenamtlichen Helfern versorgt werden. Dies bedeutet für die Pflegenden häufig eine große finanzielle und zeitliche Belastung. Damit Angehörige und Pflegebedürftige zukünftig von mehr Flexibilität und besseren Leistungen profitieren können, werden die Leistungen durch das Pflegestärkungsgesetz um 1,4 Milliarden Euro angehoben.

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege ab Januar 2015 kombinierbar

Kurzzeitpflege kann in Anspruch genommen werden, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt und/oder nach Auftreten der Pflegesituation eine kurzfristige Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung nötig wird. Schon jetzt ist es möglich, den Anspruch auf Kurzzeitpflege mit dem auf Verhinderungspflege zu kombinieren, sodass bis zu 8 Wochen Kurzzeitpflege möglich sind. Bisher übernahm die Pflegekasse bis zu 3.100€ jährlich- mit dem Pflegestärkungsgesetz I wird dieser Betrag auf 3.224€ erhöht.

Ab 01. Januar 2015 kann außerdem auch die Verhinderungspflege aufgestockt werden. Diese Leistung dient der Entlastung der pflegenden Angehörigen, entsprechend kann sie in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegenden krank sind oder Urlaub machen wollen.  Der Anspruch auf Kurzzeitpflege kann somit ab Januar teilweise als Verhinderungspflege angerechnet werden – die maximale Dauer beläuft sich auf 6 Wochen. Auch der gezahlte Betrag erhöht sich: von 1.550€ auf maximal 2.418€ pro Jahr.

Höhere Leistungen für teilstationäre Pflege und Wohnraumanpassungen

Die Leistungen für teilstationäre Tages- und Nachtpflege wurden bisher mit den Leistungen für ambulante Pflege (teilweise) verrechnet. Ab 01. Januar 2015 ist dies nicht mehr der Fall. Mit dem Pflegestärkungsgesetz I können die Leistungen für ambulante und teilstationäre Pflege vollständig nebeneinander in Anspruch genommen werden. Auch die Höhe der Leistung ändert sich: So stehen ab sofort bis zu 3.224€ monatlich zur Verfügung und das erstmals auch für Menschen mit „Pflegestufe 0“.

Sind in der Wohnung Umbaumaßnahmen vonnöten, um die Pflege eines Angehörigen zu ermöglichen oder seine Selbstständigkeit zu erhalten, so übernimmt die Pflegekasse bisher Kosten bis zu einer Höhe von 2.557€ pro Maßnahme. Diese Betrag wird 2015 auf 4.000€ erhöht. Davon profitieren auch Pflege-WGs, die nun Zuschüsse bis zu 16.000€ erhalten können.

Außerdem: Auch die Pflegehilfsmittel-Pauschale erhöht sich von 31€ auf 40€ monatlich.

Stärkung niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote

Bisher erhielten Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz – also mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen – zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen von 100€ bzw. 200€ pro Monat. Ab dem 01. Januar 2015 wird diese Leistung auch auf Pflegebedürftige mit rein körperlichen Beeinträchtigungen ausgeweitet. Außerdem werden die Beträge auf 104€ bzw. 208€ erhöht.

Mit dieser Leistung können folgende Angebote finanziert werden:

  • Kurzzeit- & Verhinderungspflege,
  • Teilstationäre Tages- & Nachtpflege,
  • Ambulante Versorgung durch Pflegedienste,
  • Anerkannte Haushaltsangebote,
  • Ehrenamtliche Alltagsbegleiter.

Eine Übersicht mit allen neuen Leistungen ab Januar 2015 finden Sie in unserem Artikel “Welche Leistungen werden erhöht?”.

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Das erst Pflegestärkungsgesetz, unter: http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegestaerkungsgesetz-i.html (abgerufen am 31.10.2014)