Weniger Bürokratie in der Pflege

Maßnahmen zur Vereinfachung der Prozesse

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Der bürokratische Aufwand, mit dem sich Pflegekräfte, pflegende Angehörige und die betroffenen selbst beschäftigen müssen, kann mitunter ungeahnte Ausmaße annehmen. Um diesen Aufwand zu vermindern, sind mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz neue Regelungen in Kraft getreten.
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Die Pflege eines Angehörigen kann häufig in einem gewaltigen Papierkrieg enden. Das PNG setzt dort an und versucht ein Zuviel an Bürokratie abzubauen.| Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Wer in der Pflege tätig ist oder einen Angehörigen daheim pflegt, wird häufig mit einem nicht unbeachtlichen bürokratischen Aufwand konfrontiert. Und das obwohl sich alle Beteiligten vor allem auf die Pflege konzentrieren wollen und müssen. Hier setzt das Pflegeneuausrichtungsgesetz mit neuen Regelungen an, damit die Pflege entbürokratisiert und Prozesse weiter vereinfacht werden.

7 Maßnahmen zu Entbürokratisierung

Im PNG wurden 7 Maßnahmen zur Entbürokratisierung der Pflege festgehalten:

  1. Versicherte müssen in Zukunft bei Zuschüssen zu Maßnahmen für die Verbesserung des Wohnumfeldes keinen Eigenanteil mehr leisten. Hier fällt entsprechend die Prüfung der Einkommenssituation des Versicherten weg.
  2. Wer als verantwortliche Pflegekraft gelten wollte, musste bisher neben einer entsprechenden Ausbildung auch eine 2-jährige pflegerische Tätigkeit innerhalb einer Rahmenfrist von 5 Jahren vorweisen. Diese Rahmenfrist wurde nun auf 8 Jahre erhöht. Außerdem werden Zeiten, in denen die Pflegekraft einen pflegebedürftigen Menschen für mindestens 14 Stunden in der Woche gepflegt hat bzw. die Zeit eines relevanten Studiums oder eine relevanten Weiterbildungsmaßnahme zur Rahmenfrist hinzugerechnet.
    Ziel ist die Erleichterung eines Wiedereinstiegs von Pflegekräften in den Beruf.
  3. Beim Abschluss eines Gesamtversorgungsvertrages sollen die Voraussetzungen dadurch vereinfacht werden, dass im Vorfeld eine Konkretisierung des Anwendungsbereichs stattfindet.
  4. Gilt eine Mindestentgeltregelung, ist eine stationäre Pflegeeinrichtung zukünftig nicht mehr dazu verpflichtet, ortsübliche Vergütungen zu leisten.
  5. Da PflegedienstleiterInnen häufig selbst in die pflegerischen Tätigkeiten ihres Teams eingebunden sind, werden sie zukünftig im Vorfeld über eine anstehende Prüfung des Dienstes informiert. Um die Anwesenheit des Leiters zu gewährleisten, findet eine entsprechende Ankündigung nun am Tag zuvor statt. Dies ist mit Inkrafttreten des PNG gesetzlich verankert.
  6. Bei der Qualitätsprüfung stationärer Einrichtungen wird außerdem verdeutlicht, dass die Bewertung nicht nur anhand der Pflegedokumentation erfolgt. Stattdessen spielt die Ergebnisorientierung eine große Rolle. Entsprechend achten Gutachter auf den körperlichen und geistigen Zustand der Heimbewohner.
  7. Die Hilfsmittelversorgung von Pflegebedürftigen wird dadurch vereinfacht, dass es zukünftig klare Regelungen dazu geben wird, ob und wann eine vertragsärztliche Verordnung nötig ist und von Kranken- und Pflegekassen verlangt werden darf.

 

Quellen

Bundesministerium für Gesundheit: Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz. Stand: nach der 3. Lesung im Bundestag. Berlin, 2013, S.22-23.