Mehr Leistungen für Menschen mit Demenz

Diese Neuerungen bringt das PNG

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Mit Inkrafttreten des Pflegeneuausrichtungsgesetzes (PNG) am 01. Januar 2013 können Menschen, die an Demenz erkrankt sind, weitere Leistungen in Anspruch nehmen. Wer in seiner Alltagskompetenz eingeschränkt ist, erhält nun auch Pflegegeld und Pflegesachleistungen.
Leistungen bei Demenz

Menschen mit Demenz haben besondere Anforderungen an ihre Pflege. Das PNG sieht daher auch Neuerungen bei den Leistungen für Demenzkranke vor. | Foto: © Photographee.eu – Fotolia.com

Demenziell erkrankte Menschen sind in ihrer Alltagskompetenz häufig eingeschränkt. Sie haben daher – auch ohne Pflegestufe – Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Dieser Umstand wird generell als „Pflegestufe 0“ bezeichnet. Doch auch Menschen, die bereits eine Pflegestufe haben, können zusätzlich als in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt eingestuft werden.

Bisher konnten Versicherte mit dieser Einstufung die zusätzlichen Betreuungsleistungen von 100€ bzw. 200€ pro Monat in Anspruch nehmen. Diese Leistung ist eine Sachleistung und damit zweckgebunden. Sie kann für die Inanspruchnahme von niedrigschwelligen Betreuungsleistungen genutzt werden.

Diese Neuerungen bringt das PNG bei Demenz

Mit dem 01. Januar 2013 werden die Leistungen für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz weiter erhöht. So können nun auch Menschen mit der so genannten „Pflegestufe 0“ Pflegegeld bzw. Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen. Das Pflegegeld beläuft sich auf 120€, die Pflegesachleistungen auf 225€ pro Monat.

Für die Pflegestufen I und II werden Pflegegeld und Sachleistungen im Falle der eingeschränkten Alltagskompetenz aufgestockt. So erhalten Menschen mit Pflegestufe I nun 305€ Pflegegeld bzw. 665€ Pflegesachleistungen. Personen mit Pflegestufe II erhalten Pflegegeld in Höhe von 525€ bzw. Pflegesachleistungen in Höhe von 1.250€.

Als Zusatzleistung zur Grundpflege und der häuslichen Versorgung wurde mit Inkrafttreten des PNG auch die „häusliche Betreuung“ eingeführt. Diese soll Hilfen zur Alltagsgestaltung wie Spazierengehen oder Vorlesen bieten, um die Lebensqualität der Versicherten mit Demenz weiter zu erhöhen.

Von diesen Neuerungen profitieren Schätzungsweise 500.000 Menschen in Deutschland. 40.000 davon haben die „Pflegestufe 0“.

Quellen:

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz. Stand: nach der 3. Lesung im Bundestag. Berlin, 2013, S.9-10.