Vollstationäre Pflege

Wenn die Pflege daheim nicht möglich ist

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Die Pflegekasse übernimmt Kosten für die vollstationäre Unterbringung eines Pflegebedürftigen, wenn eine Pflege im häuslichen Umfeld nicht möglich ist. Aber Achtung: Die Kosten werden maximal zu 75% des vollen Heimentgeltes übernommen.
Vollstationäre Pflege

Wenn die Pflege zuhause nicht sichergestellt werden kann, ist meist eine vollstationäre Pflege gefragt. Die Pflegekasse übernimmt dafür teilweise die Kosten. | © drubig-photo – Fotolia.com

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, dreht es sich bei vollstationärer Pflege um die Vollzeitbetreuung einer pflegebedürftigen Person in stationären Einrichtungen wie einem Altenpflegeheim. Die Leistungen für vollstationäre Pflegebetreuung werden von der Pflegekasse nur gewährt, wenn eine häusliche bzw. eine teilstationäre Pflege nicht möglich ist. Unter Umständen kann die Pflegekasse zur Prüfung der Notwendigkeit einer vollstationären Unterbringung einen unabhängigen Gutachter des MDK beauftragen. Eine solche Prüfung ist nur bei Inhabern der Pflegestufe III unnötig, da hier die Notwendigkeit der vollstationären Pflege bereits vorausgesetzt wird.

Die Leistungen der vollstationären Pflege

Die Pflegekasse zahlt jeden Monat einen pauschalen Sachleistungsbetrag an das Pflegeheim. Dieser Betrag ist nach Pflegestufe gestaffelt. In der Pflegestufe I zahlt die Kasse monatlich 1.023€, in der Pflegestufe II 1.279€ und in der Pflegestufe III 1.550€. Liegt ein Härtefall vor, kann der monatliche Betrag auf 1.918€ aufgestockt werden.

Von der Pflegekasse werden nur die Kosten für die Pflege, die soziale Betreuung sowie die medizinische Behandlungspflege übernommen. Vom Versicherten müssen folgende Kosten selbst gezahlt werden:

  • Kosten, die über den Pauschalbetrag der Pflegekasse hinausgehen,
  • „Hotelkosten“ für Unterbringung und Verpflegung,
  • Komfortleistungen des Pflegeheims,
  • Investitionskosten, z.B. Kosten für Reparaturen im Heim, Neubauten oder Renovierungen.

Von der Pflegekasse werden monatlich jedoch maximal 75% des tatsächlichen Heimentgeltes übernommen. Das Heimentgelt ergibt sich aus dem Pflegesatz, Kosten für Unterkunft und Verpflegung und den Investitionskosten des Heims.

Unser Tipp

Eine Liste mit allen zugelassenen Pflegeheimen inklusive Preis- und Leistungsvergleichen erhalten Sie kostenlos von Ihrer Pflegekasse.

 

Quellen

  1. Ratgeber zur Pflege. Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen, Berlin, 2013, S. 32-33, 55-56.