Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen

Für eine sichere Zukunft der Angehörigen

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, kann häufig nicht oder nicht in Vollzeit arbeiten. In diesem Fall übernimmt die Pflegekasse die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen, um die Pflegeperson für die Zukunft abzusichern.
Rentenversicherung

Wer in Teil- oder Vollzeit einen Angehörigen pflegt, für den übernimmt die Pflegekasse die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen.| Foto: © Hunor Kristo – Fotolia.com

Die Pflege eines pflegebedürftigen Angehörigen kann zeitintensiv werden und das Nachgehen einer Arbeit unmöglich machen oder die Arbeitszeit zumindest stark beschränken. Da Sozialversicherungsbeiträge von erwerbslosen Menschen nur schwer finanziert werden können, übernimmt die Pflegekasse zumindest die Einzahlung von Beiträgen in die Rentenversicherung für Pflegepersonen.

Als Pflegeperson gilt jeder, der ehrenamtlich eine oder mehrere Personen für mindestens 14 Stunden pro Woche häuslich pflegt und wöchentlich nicht mehr als 30 Stunden beschäftigt oder selbstständig tätig ist. Zu den bemessenen 14 Stunden werden alle pflegerischen Tätigkeiten der Grundpflege und häuslichen Versorgung gezählt, die auch vom MDK als solche anerkannt sind.

Achtung: Die Versicherungspflicht gilt nicht für Menschen, die der Pflegetätigkeit erwerbsmäßig nachgehen, da sie beispielsweise bei einem Pflegedienst angestellt oder selbstständige Pflegefachkräfte sind.

Beschränkungen bei der Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht erlischt, wenn die Pflegeperson

  • bereits Altersrente oder eine Pension bezieht,
  • die Vergütung für die pflegerische Tätigkeit nicht das Pflegegeld übersteigt,
  • bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht rentenversichert war,
  • Jugendlicher im freien soziale Jahr ist oder
  • unter 15 Jahre alt ist.

Es besteht außerdem eine Meldepflicht für die Pflegeperson, da Änderungen im Bereich der Erwerbstätigkeit oder der Pflegebedürftigkeit des Versicherten direkte Auswirkungen auf die Höhe des Rentenversicherungsbeitrages haben können. Meldepflichtig sind:

  • Beendigungen oder Einschränkungen von pflegerischen Tätigkeiten,
  • Unterbrechungen der Pflegetätigkeit,
  • Erhöhung der Vergütung für die Pflegetätigkeit,
  • eine Erhöhung der Beschäftigung bzw. selbstständigen Tätigkeit auf mehr als 30 Stunden pro Woche,
  • der Bezug von Übergangsgeldern im Rahmen von Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben,
  • die Zubilligung einer Vollrente.

Wird die Pflegeperson krank oder wird sie aus anderen Gründen an der Pflege seiner Angehörigen gehindert, erlischt die Rentenversicherungspflicht und die Pflegekasse setzt die Beitragszahlungen aus. Diese Regelung gilt nicht, während der häuslichen Krankenpflege und dem Erholungsurlaub der Pflegeperson, bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten des Versicherten und in den ersten 4 Wochen einer stationären Krankenhausbehandlung oder medizinischen Rehabilitationsmaßnahme.

Die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge

Die Höhe der Beiträge, die von der Pflegekasse an die Rentenversicherungsstellen gezahlt werden, ist abhängig von drei Faktoren: der Pflegestufe und damit der Pflegebedürftigkeit des Versicherten, dem tatsächlichen zeitlichen Umfangs der pflegerischen Tätigkeiten und dem jeweiligen Beitragssatz der Rentenversicherung. Wird der Versicherte von mehreren Pflegepersonen gepflegt, wird der jeweils gezahlte Beitrag vom Umfang der individuell erbrachten Tätigkeiten abhängig gemacht.
Bei Pflegepersonen, die nur durch die Pflege mehrerer Personen auf die nötigen 14 Stunden pro Woche kommen, wird grundsätzlich der Beitragssatz für Pflegestufe I gezahlt.
Hat der Pflegebedürftige Anspruch auf Beihilfe, teilen sich Pflegekasse und Beihilfestelle den Beitrag.

Die monatlich gezahlten Beiträge für die Rentenversicherung liegen in den alten Bundesländern zwischen 135,83€ und 407,48€ und in den neuen Bundesländern zwischen 114,66€ und 343,98€. Dies ergibt für jedes Jahr der pflegerischen Tätigkeit durchschnittlich einen Rentenanspruch zwischen 7,10€ und 21,32€ pro Monat.

Außerdem Wissenswert

Die Pflegeperson ist während alle pflegerischen Tätigkeiten unfallversichert.
Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung ist möglich, muss von der Pflegeperson aber selbst finanziert werden.

 

Quellen

  1. Ratgeber zur Pflege. Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen, Berlin, 2013, S. 71-74.
  2. Rente für Pflege, Bad Homburg, 2013.
  3. Die soziale Sicherung der Pflegeperson, Bochum, 2014, S. 4-8.