Leistungen der Krankenversicherung

Ihr Anspruch auf häusliche Krankenpflege

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Eine häusliche Krankenpflege kann aus den verschiedensten Gründen nötig werden. Im Gegensatz zur ambulanten Pflege zählt diese jedoch zu den Leistungen der Krankenversicherung Welche Voraussetzungen Sie dafür erfüllen müssen, erfahren Sie hier.
Leistungen der Krankenversicherung

Die häuslische Krankenpflege wird nicht von der Pflegeversicherung, sondern von der Krankenversicherung übernommen. | Foto: © Alexander Raths – Fotolia.com

Bei der häuslichen Krankenpflege ist in der Regel eine Pflegefachkraft beim Versicherten vor Ort und führt Tätigkeiten der Grundpflege, medizinischen Behandlungspflege und der häuslichen Versorgung durch. Da dies zu den Leistungen der Krankenversicherung ist, muss nicht zwangsläufig eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegen, damit Sie diese in Anspruch nehmen können. Entsprechend dürfen Sie die häusliche Krankenpflege nicht mit Leistungen Ihrer Pflegekasse wie ambulanter Pflege verwechseln.

Wann wird häusliche Krankenpflege geleistet?

Eine häusliche Krankenpflege wird geleistet, wenn

  • dadurch ein Krankenhausaufenthalt erheblich verkürzt oder sogar vermieden werden kann oder
  • ein Krankenhausaufenthalt aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich ist oder
  • die pflegerischen Tätigkeiten nicht von einer im gleichen Haushalt der Versicherten lebenden Person übernommen werden kann.

Während der Begriff der „häuslichen Krankenpflege“ bis vor einigen Jahren tatsächlich auf die Pflege im häuslichen Umfeld der Versicherten beschränkt war, wurde er jedoch 2007 insofern erweitert, dass diese Leistung nun auch in Wohngemeinschaften bzw. alternativen Wohnformen, in Schulen und in Kindergärten sowie in Behindertenwerkstätten in Anspruch genommen werden kann.

Die häusliche Krankenpflege kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung eingetreten ist, bzw. wenn die Behandlungspflege durch eine stationäre Einrichtung erfolgt. Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Versicherte für eine Dauer von mindestens 6 Monaten einen erhöhten Bedarf an Behandlungspflege hat. Beispielsweise wenn ein Beatmungsgerät rund um die Uhr bedient und/oder überwacht werden muss, was die ständige Anwesenheit einer Pflegefachkraft erfordert.

Verordnungsdauer und Zuzahlungen

Die Verordnung der häuslichen Krankenpflege kann durch VertragsärztInnen oder KrankenhausärztInnen erfolgen. Letztere können die Leistung jedoch höchstens für 3 Tage anweisen und zusätzliche Arzneimittel mitgeben. Außerdem müssen sie die zuständigen VertragsärztInnen über die Verordnung informieren.

Die Krankenkasse übernimmt die Leistung der häuslichen Krankenpflege für maximal 4 Wochen pro Kalenderjahr. Eine längere Übernahme ist nur in Ausnahmefällen möglich. Versicherte ab 18 Jahren müssen eine Zuzahlung in Höhe von 10% sowie 10€ pro Verordnung leisten.

Quellen

  1. Ratgeber zur Pflege. Alles, was Sie zur Pflege wissen müssen, Berlin, 2013, S. 64-67.
  2. Pflege-ABC – Häusliche Krankenpflege unter http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/kategorie/k/artikel/zuzahlungen_krankenversicherung.html (abgerufen am 03.03.2014)