Liegen und Lagern im Bett

Regelmäßige Umlagerungen als Dekubitus-Prophylaxe

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Beim Liegen bewegen wir uns regelmäßig, um Arme, Beine, Kopf und Gesäß umzulagern. Dies passiert meist ganz unbewusst. Pflegebedürftige, die bettlägerig sind und sich nicht mehr selbst bewegen können, muss die Umlagerung durch pflegende Angehörige übernommen werden.
Liegen und Lagern im Bett

Bei bewegungseingeschränkten Menschen müssen die natürlichen Ausgleichbewegungen durch Pflegehandlungen ausgeglichen werden.| Foto: © drubig-photo – Fotolia.com

Regelmäßige Umlagerungen im Bett sind wichtig, denn so können Folgeerkrankungen beim Pflegebedürftigen wie Dekubitus vermieden und das Wohlbefinden des Liegenden gesteigert werden. Während voll bewegungsfähige Menschen solche Umlagerungen in der Regel ganz unbewusst durchführen, ist dies bei bettlägerigen Personen häufig nicht möglich. In diesem Fall müssen pflegende Angehörige die Umlagerungen durchführen.

Grundsätzlich sind alle Positionen möglich, sie sollten jedoch einigen Grundsätzen folgen. So sollte die Lagerung der Entspannung und der Erholung des Pflegebedürftigen dienen. Sie sollte außerdem eine Entlastung für besonders beanspruchte Körperteile wie Gelenke herbeiführen bzw. Folgeerkrankungen vorbeugen. Besonders Druckgeschwüre treten bei bettlägerigen Menschen häufig auf, wenn eine unsachgemäße Lagerung stattfindet.

Die Grundpositionen

Für das Liegen und die Lagerung im Bett gibt es verschiedene Grundpositionen. Diese können mit Hilfe von Kissen, Decken und Stützen aus Schaumstoff erreicht werden. Eventuell sollten Sie auch über die Anschaffung eines Pflegebettes nachdenken, da mit dessen Hilfe viele der Positionen erreicht oder zumindest erleichtert werden können.

Rückenlagerung

Um die Wirbelsäule und das Becken zu entlasten, kann die Rückenlagerung eingesetzt werden. Diese Position trägt außerdem zur allgemeinen Entspannung des Liegenden bei.
Arme und Beine sind leicht anzuwinkeln, um die Atmung zu vereinfachen. Weiter dient auch das Abstützen der Unterschenkel und Kniekehlen durch Unterlegen eines Kissens der Entspannung der Muskulatur. Um einem Spitzfuß vorzubeugen, bietet es sich außerdem an, die Ferse frei liegen zu lassen und die Füße nach vorn abzustützen.

Beinhochlagerung

Diese Position soll den Rücktransport des Blutes aus den Venen zum Herzen verbessern. Dies wiederum dient der Thromboseprophylaxe und vermeidet Ödeme (Wasseransammlungen) in den Beinen.

Bei der Beinhochlagerung werden die Beine in einem ungefähren Winkel von 30° hochgelagert. Diese Stütze sollte bereits im Bereich der Oberschenkel beginnen und kann mit Hilfe von keilförmigen Kissen erfolgen. Auch hier gilt zu beachten, dass die Fersen möglichst frei liegen und die Füße in einem rechten Winkel abgestützt werden.

Oberkörperhochlagerung

Die Oberkörperhochlagerung dient zum einen der Erleichterung des Atmens, zum anderen aber auch der Kreislaufbelebung und beugt Lungenentzündungen vor. Außerdem ist diese Position hilfreich beim Reichen von Essen und Trinken sowie bei der Körperpflege.

Bei einem Pflegebett kann für diese Position das Kopfteil höhenverstellt werden. Wenn Sie kein Pflegebett haben, können Sie mit Hilfe von Kissen oder Schaumstoffkeilen eine Rampe bauen. Dabei müssen Sie darauf achten, dass die Brustwirbelsäule des Liegenden gerade bleibt, um die Atmung nicht zu erschweren. Die Arme sind seitlich zu lagern und abzustützen, ebenso wie die Füße, um ein Herunterrutschen im Bett zu vermeiden.

Achten Sie darauf, dass die Knie nicht dauerhaft durchgestreckt liegen – dies führt schnell zu Schmerzen. Stattdessen können Sie unter die Knie ein kleines Kissen legen, um diese zu stützen.

 

Quellen

  1. Lagern des Kranken unter: http://www.pflegewerk.com/pflegekurse/3-lagerungstechniken/lagern-des-kranken.html (abgerufen am 19.06.2014)
  2. Entspannt und druckfrei lagern unter: http://www.aok.de/hessen/leistungen-service/dekubitus-entspannt-druckfrei-lagern-200205.php (abgerufen am 19.06.2014)
  3. Barden, Ingeburg: Der große Caritas-Ratgeber – Hauskrankenpflege, Stuttgart, 2010, S. 158-159.