Sterbebegleitung & Sterbehilfe

Der würdevolle Umgang mit Sterbenden

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Menschen, die dem Tod nahe sind, wünschen sich vor allem, dass sie ihrem Lebensende in vertrauter Umgebung und auf würdevolle Weise begegnen können. Bei der Sterbebegleitung ist es daher wichtig, dass die Selbstbestimmung des Sterbenden stets geachtet wird.
Sterbebegleitung und Sterbehilfe

Auch und besonders für Sterbende ist ein würdevoller Umgang wichtig. Ihr Recht auf Selbstbestimmung sollte nicht angetastet werden. | Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Sterben und Tod sind heutzutage noch immer Themen, über die in unserer Gesellschaft kaum gesprochen wird. Dabei kann niemand dem Tod entgehen und früher oder später müssen wir uns von unseren geliebten Menschen verabschieden – sei das, weil sie aufgrund von Alter oder Krankheit sterben, oder wir diejenigen sind, die sich ihrem Ende nähern.

Dabei haben die Sterbenden vor allem einen Wunsch: In Würde einen friedvollen Tod zu finden. Eine Sterbebegleitung, die zu jeder Zeit die Selbstbestimmtheit des Sterbenden achtet und diese wahrt, ist daher unerlässlich. Einen Sterbenden zu begleiten, bedeutet nicht nur, sich um diesen zu kümmern, wenn er es selbst nicht mehr kann, sondern ihm zur Seite zu stehen und ihm zuzuhören.

Die Formen von Sterbebegleitung und Sterbehilfe

Im Jahr 2006 hat der Nationale Ethikrat in einer Stellungnahme zur „Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende“ verschiedene Situationen beschrieben:

1) Sterbebegleitung

  • Umfasst alle Maßnahmen zur Pflege und Betreuung eines sterbenden oder todkranken Menschens.
  • Schließt außerdem psychosoziale Betreuung wie menschliche Zuwendungen, seelsorgerischen bzw. psychologischen Beistand ein.

2) Therapien am Lebensende

  • Umfasst alle Maßnahmen zum Lebensende, die das Leben des Betroffenen verlängern bzw. seine Schmerzen lindern.

3) Sterbenlassen

  • = „Passive Sterbehilfe“
  • Beschreibt den Abbruch medizinischer Therapien und/oder das Einstellen lebenserhaltender Maßnahmen.
  • Umfasst außerdem die palliative Sedierung = die hochdosierte Gabe von Schmerz- und Schlafmitteln.
  • Hierbei gilt: Die Selbstbestimmung des Sterbenden ist zu achten. Denken Sie nicht daran, was Sie selbst sich wünschen würden, sondern wie sich der Sterbende fühlt.

4) Beihilfe zur Selbsttötung

  • Das zur Verfügung stellen von Mitteln, die den Tod herbeiführen, durch eine andere Person.
  • Der Sterbende nimmt das Mittel selbsttätig und begeht damit Suizid.
  • Diese Form der Sterbehilfe wird juristisch nicht geahndet, gilt allerdings als moralisch verwerflich.

5) Tötung auf Verlangen

  • = „Aktive Sterbehilfe“
  • Dem Sterbenden wird auf Wunsch von einer anderen Person ein todbringendes Mittel verabreicht.
  • Die aktive Sterbehilfe wird in Deutschland strafrechtlich verfolgt.

Während die Sterbebegleitung und die Therapien am Lebensende grundsätzlich gesellschaftlich akzeptiert sind, sieht das bei passiver und aktiver Sterbehilfe sowie bei der Beihilfe zur Selbsttötung anders aus. Diese gelten mindestens als moralisch verwerflich und in Teilen als Straftat.

 

Quellen

  1. Barden, Ingeburg: Der große Caritas-Ratgeber – Hauskrankenpflege, Stuttgart, 2010, S. 296-298.
  2. Pflege-ABC – Sterbebegleitung unter http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/kategorie/s/artikel/sterbebegleitung.html (abgerufen am 10.03.2014)