Alterssuizid – Anzeichen erkennen

Für frühzeitige Hilfe bei Suizidgefahr

Jennifer Albrecht | 3. September 2014

Ältere Menschen sind bei der Durchführung eines Suizids konsequenter als jüngere und wählen häufig Wege, die eine nachträgliche Rettung unmöglich machen. Umso wichtiger ist es, Vorboten frühzeitig zu erkennen.
Alterssuizid - Anzeichen erkennen

Suizid kann verhindert werden, denn die Anzeichen für eine Gefährdung sind meist deutlich. Wir klären auf. | Foto: © Budimir Jevtic – Fotolia.com

Nur in seltenen Fällen kommt ein Suizid tatsächlich aus dem Nichts. Wer die Anzeichen richtig zu erkennen und zu deuten weiß, kann reagieren und einem Menschen in einer Krisensituation helfen. Gleiches gilt für junge wie für alte Menschen. So sind beispielsweise Aussagen wie „Das Leben hat keinen Sinn mehr.“ oder „Es wäre besser, wenn ich nicht mehr leben würde.“ bereits ernst zu nehmende Anzeichen für eine Suizidgefährdung.

Werden bereits direkte Suizidankündigungen geäußert wie „Ich will sterben.“ oder drängen sich Gedanken auf wie „Morgen mache ich es.“, sind diese als deutliche Warnsignale zu deuten. Allerdings kann auch eine plötzlich einsetzende Ruhe ein Anzeichen sein. Wirkt ein Mensch, der im Vorfeld bereits Absicht geäußert hatte, sich töten zu wollen, plötzlich sehr ruhig und entspannt, so kann dies bedeuten, dass er sich zum Suizid entschlossen hat. Befand er sich vorher noch in einem Zustand der Unsicherheit, hat er sich nun fest zum Suizid entschlossen.

Anzeichen einer Suizidgefährdung

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass eine Suizidgefährdung vorliegt. Dazu zählen:

  • Gefühl der Einengung,
  • Neigung zum Grübeln bis hin zu expliziten Suizidgedanken,
  • Aufgabe typischer Interessen, Hobbys und Interessen,
  • Rückzug aus dem sozialen Leben,
  • direkte oder indirekte Ankündigungen des Suizids,
  • plötzlich auftretende Ruhe nach vorherigen Suizidäußerungen.

Da sich eine Suizidgefährdung häufig aus Depressionen ergeben, ist es ratsam, auch die Anzeichen für Depressionen zu beachten. Dazu zählen neben Freudlosigkeit und Gefühllosigkeit auch ein vermindertes Selbstwertgefühl, irrationale Schuldgefühle, negative Zukunftserwartungen, Schlafstörungen und Suizidgedanken.

Quellen

  1. Arbeitsgruppe Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland: Wenn das Altwerden zur Last wird. Suizidprävention im Alter, o.O., 2005.